In der Schweiz beschränken sich fast alle Weinhändler darauf, ihre E-Shops und E-Newsletter weiter zu perfektionieren - ein hehres Anliegen, aber halt noch bedrohlich nahe am klassischen Weinmarketing. Im Web 2.0 - wo statt des Produkts die Menschen und die Kommunikation im Zentrum stehen - war die Schweizer Weinszene bisher nur ganz leise zu vernehmen.
Ganz anders in Deutschland: Dort ist der Wein längst im Web 2.0 angekommen: Weinautor Mario Scheuermann schreibt mit the drink tank einen der renommiertesten Fachblogs überhaupt. Unzählige Winzer und Händler sind auf den Blogzug aufgesprungen und berichten regelmässig von ihrer Arbeit in Weinberg und Keller. Das Videoblog bottleplot von Sommelière Marlene Duffy ist schon nach kurzer Zeit Kult. Und auf der Microblogging-Plattform Twitter geht erst recht die Post ab: 140 Zeichen reichen aus, um Weine virtuell zu verkosten und live von Messen wie der Prowein zu berichten.
Auf Twitter ist nun auch die Idee entstanden, die Schweizer Wein2.0-Community zusammenzubringen - online und auch offline. Dominik Vombach von ecowein, Christian Wolf vom weinpodcast und ich organisieren am 7. Mai 2009 in Zürich das erste WeinNetzCH-Meeting. Mit dabei sind inzwischen auch Romazini, die Cave Amann und die ehemalige Mann-/Frauschaft des Online-Weinkellerbuchs winecellarbook, das bald in webnwine aufgehen wird.
Am WeinNetzCH-Meeting wollen wir ohne vorbestimmte Agenda über "Wein im Web 2.0" diskutieren - und natürlich auch den einen oder anderen Wein probieren. Beat Caduffs Weinloft wird dafür den richtigen Rahmen bieten.
Wein- und Foodblogger, aber auch Gastronomen, Weinhändler und Journalisten, die sich einfach mal über die Chancen und Gefahren des Web 2.0 austauschen möchten, sind gleichermassen willkommen. Einfach hier anmelden und vorbeischauen!
Twitter ist ein Internetdienst, auf dem die Benutzer untereinander Mitteilungen (Tweets) von höchstens 140 Zeichen austauschen. Tweets können Anekdoten, Neuigkeiten, Diskussionsbeiträge, aber auch Links zu interessanten Internetseiten oder Fotos enthalten. Nutzer "folgen" anderen Benutzern und sehen dann deren Beiträge chronologisch geordnet in Ihrer Timeline. Umgekehrt erscheinen ihre Beiträge in den Timelines ihrer Follower. Tweets können direkt an einen anderen Benutzer gerichtet werden (reply oder mention) und mit besonderen Stichwörtern (Hashtags) einem bestimmten Kontext (Thema, Veranstaltung, Firma) zugeordnet werden. Weltweit besuchten im März ca. 19 Millionen Besucher die Plattform. In Deutschland wird die Zahl der Twitter-Nutzer auf mehrere Zehntausend geschätzt, in der Schweiz auf mehrere Tausend.
Weiteres Grundwissen über Twitter ist in der Präsentation Microblogging als Marketinginstrument zu finden, die ich Anfang April an der Fachmesse Swiss Online Marketing vorgetragen habe.
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