(Bild: Bernerhof)
Letzte Woche war ich ja nicht mehr ganz sicher, ob ich inzwischen nicht zu heikel geworden bin, was Restaurants angeht. Jetzt bin ich wieder beruhigt: Im Zürcher Bernerhof stimmte einfach alles.
Die Kürbissuppe zum Start war nicht nur perfekt gewürzt, sondern auch sehr leicht - kein Vergleich mit den dickflüssigen Rahmbomben, die andernorts auf den Tisch kommen.
Als Hauptgang locken im Bernerhof österreichische Spezialitäten wie Wiener Schnitzel und Zwiebelrostbraten - und natürlich der legendäre Tafelspitz. Besser als hier hatte ich den noch nie: Eine ordentliche Portion Fleisch unter knackigem Gemüse, dazu ein Markbein und Bouillonkartoffeln mit viel frischer Petersilie. Die Schälchen mit Oberskren und Senf waren etwas klein bemessen. Supplément zu bekommen ist aber kein Problem.
Crêpes Suzette sind weiss Gott kein leichter Nachtisch. Die Sünde lohnt sich jedoch meistens. Auch hier: Am Tisch nach allen Regeln der Kunst zubereitet und flambiert, überzeugten die Pfannkuchen auch auf dem Teller restlos.
Die Weinkarte des Bernerhofs ist nicht sehr gross, aber was drinsteht, ist mehr als nur trinkbar. Unser Pannobile 2006 von Pittnauer aus dem Burgenland war ein Gedicht. Der offen ausgeschenkte Süsswein, eine Gewürztraminer Spätlese, harmonierte sehr gut mit dem üppigen Nachtisch.
Schade bloss, vor allem auch für die überaus zuvorkommende und nette Bedienung, dass sich an diesem Abend nur gerade eine Handvoll Leute an die Zeughausstrasse verirrt hatten. Dienstag ist halt kein Ausgang angesagt in Zürich. Gegen Ende der Woche sieht es im Bernerhof bestimmt anders aus. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall immer.
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