Gut, der Mann ist über achtzig. Aber wer als "Berufsesser" mit spitzer Feder über Restaurants und Esskultur herzieht, müsste doch eigentlich einer sorgfältigen Recherche verpflichtet sein.
Nun lese ich aber bei Wolfram Siebeck in seinen Seitenhieben - übrigens auf den einzigen beiden der Schweiz gewidmeten Seiten:
Hmm, nein. Gottlieb Duttweiler machte sich 1925 auf, mit der MIGROS den Schweizer Detailhandel zu revolutionieren. Globus wurde zwar 1997 vom MIGROS-Konzern übernommen, aber da war Dutti selig schon 35 Jahre tot. Gegründet wurde Globus 1892. Da war Gottlieb Duttweiler vier Jahre alt und hatte wohl noch anderes im Sinn als Kaufhäuser erfinden.
Dass sich André Jaeger ein paar Zeilen weiter zur Globalisierung des Essens äussert, sei ihm natürlich unbenommen. Aber dass Siebeck ihn ins Restaurant "Schifferzunft" in Schaffhausen versetzt, davon müsste sich der Papst des Fusion Food schon ein bisschen, äh, ans Bein gepinkelt fühlen.
Wie auch immer: Wolfram Siebeck geniesst es bekanntlich, elitär und arrogant zu sein. Und dazu gehört in seinen Augen wohl auch, dass er ungestraft (oder vielleicht unbemerkt?) Falsches erzählen darf. Müsste ich mich als Gastronom von ihm bewerten lassen, würde mich das hellhörig machen.
Kommentare