Raffinessen heisst ein neuer Schweizer Online-Shop für Gewürze aus aller Welt. Seine Macher legen die Latte hoch: Nur feinste natürliche Zutaten bester Herkunft, keine Geschmacksverstärker und auch sonst nichts Künstliches. Die Gewürze werden bei einer geschützten Werkstätte in Zollikofen(BE) abgefüllt und verarbeitet.
So weit so gut - aber "the proof of the würzing is in the eating". Gestern Abend haben wir vier Gewürzmischungen aus dem Raffinessen-Starter-Set getestet.
Raffinessen hat mir das Starter-Set nach einem Kontakt auf Twitter kostenlos zur Verfügung gestellt und zwei weitere Sets für die Leserinnen und Leser von La table d'hôte gesponsert.
So kannst Du ein Raffinessen-Starter-Set gewinnen:
- Auf Twitter diesen Tweet retweeten oder
- Dein bestes Gewürzmischungs- oder Marinadenrezept hier als Kommentar hinterlassen (gültige Email-Adresse nicht vergessen)
Unter allen Teilnehmenden verlose ich am nächsten Sonntag, 28.6.2009 die zwei Sets. Über diesen Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Update (28.6.2009): Gewonnen haben @niela_ und @pmollet!
Update (29.6.2009): Ein Set wird weitergereicht - @Ansgar heisst der lachende Dritte.
Nun aber wieder zur Sache:
Sandelholz an Jakobsmuscheln
Villarosa an Seeteufelfilet
Wie von Raffinessen empfohlen haben wir Meeresfrüchte und Fisch bestreut und in viel Butter gebraten. Das Resultat konnte die Degucrew überzeugen.
Die Sandelholzmischung gab den Jakobsmuscheln eine ganz besondere süsslich-orientalische Note, ohne deren feinen Eigengeschmack zu übertönen. Der Holzton ist unverkennbar, wird aber durch die anderen Komponenten der Mischung (wie Zucker, Koriander, Sojasauce, Kreuzkümmel und Tomaten (!)) sehr harmonisch eingebunden.
Auch die Mischung "Villarosa" passte gut zum Seeteufelfilet und konnte dessen Eigenaromen gut ergänzen. Mit Zutaten wie Knoblauch, Rosmarin und Thymian gehört diese Komposition aber schon zu den herzhafteren und ist auch für Fleisch durchaus geeignet.
Chili Creolo an Pouletbrust
Amalfi an Lammrack
Aus diesen beiden Mischungen haben wir gemäss Rezept von Raffinessen (1 Teil Gewürzmischung, 2 Teile geschmacksneutrales Öl, 1 Teil Wasser) eine Marinade zubereitet und das Fleisch darin ziehen lassen.
Leider schwamm das Lammrack innert kürzester Zeit im Wasser. Die Amalfi-Mischung enthält nämlich 86% Salz. Obwohl das Fleisch dann doch noch saftig vom Grill kam, war sich das Testerteam einig: Hier ist vor allem Salz, Salz, Salz zu schmecken. Die anderen Gewürze kommen gegen den Chlorstich nicht an. Nun ist eine Mischung ja nie ganz homogen. Vielleicht war in unserem Döschen zufällig überproportional viel Salz. In dieser Form könnten wir die Amalfi-Mischung aber höchstens als Salzersatz (Herbamare?) empfehlen und nicht als "Alleskönner", wie Raffinessen meint.
Nichts auszusetzen gab es wiederum bei der Pouletbrust mit Chili Creolo. Die Schärfe der Chilis ist da, aber nicht allzu dominant. Das grosse Oh-Erlebnis blieb aber aus: Mit verbundenen Augen hätten wir wohl am ehesten auf eine gewöhnliche Currymischung getippt.
Das Fazit: Spezialitäten haben ihren Preis
Die Gewürzmischungen von Raffinessen sind sorgfältig hergestellte Produkte,die aussergewöhnlich und zum Teil auch aussergewöhlich gut sind. Ein Sonderangebot sind sie nicht mit Preisen von sechs bis acht Franken pro 100 g. Aber Feinschmecker werden solch edle Gewürze eh nicht mit der Industrieware aus dem Regal vergleichen.





Die "beste" Gewürzmischung oder Marinade habe ich für mich noch nicht erkoren. Ich habe aber gerade vor ein paar Stunden eine Marinade für ein Sonntagabend-BBQ-Poulet gemacht, die so einfach wie gut ist:
Etwa 2 Teile Bienenhonig (Sorte nach eigener Präferenz) mit etwa 1 Teil Old Scotch Whisky gut mischen. Unmariniertes Poulet mit Öl bestreichen und bei möglichst indirekter, mittlerer Hitze langsam auf dem Grill rösten (benötigt insgesamt ca. 1h, je nach Grösse). Etwa 10 Minuten vor Schluss die Hitze etwas reduzieren[1] (damit der Honig nicht verbrennt, sondern etwas "caramelisiert" wird) und das Poulet gut mit der Marinade bestreichen. Dies verleiht dem Poulet eine feine Honig-Whisky-Note, was ausgezeichnet schmeckt! En Guete!
[1] Bei einem Gasgrill. Beim Holzkohlegrill die Kohlen entsprechend umschichten oder das Poulet in eine weniger heisse Zone verschieben.
Kommentiert von: Daniel Mettler | Sonntag, 21. Juni 2009 um 20:58 Uhr
Ich war von Amalfi auch etwas überrascht, und schlussendlich auch etwas enttäuscht, wieviel Salz es enthält. Ich habe aber gehört, dass bald der Salzgehalt auf den Fläschchen stehen wird, das wird sicher eine Hilfe beim Würzen sein.
Tipp: Das Etwas andere Früstück: Frische Ananas würfeln, Erbeeren und Himbeeren halbieren, Naturjoghurt (Bifidus) nach Belieben zugeben und mit «Feurige Süsse» abschmecken - toller Start in den Tag!
Kommentiert von: Simon Balz | Sonntag, 21. Juni 2009 um 22:18 Uhr
@Daniel:
Tönt super. Knifflig dürfte sein, den Honig nicht zu verbrennen und trotzdem den Geschmack ins Poulet zu kriegen ;-)
@Simon:
Der Salzgehalt steht drauf (86%). Das ist natürlich schon ein Hilfe, aber wenn die anderen Gewürze sich nicht mehr in Szene setzen können gegen das Salz ist wohl einfach zuviel drin...
Kommentiert von: Daniel Ebneter | Montag, 22. Juni 2009 um 06:24 Uhr
@Daniel Ja, das ist etwas knifflig :) Man muss schauen, dass die Temperatur nach dem Auftragen der Marinade ca. 135 °C nicht übersteigt (Zucker verbrennt m.W. ab 138 °C). Die Geschmacksannahme (auch der Whisky-Note!) ist aber überraschend gut, auch bei nur kurzer Dauer!
Wer eine stärkere Whisky-Note wünscht, kann zusätzlich das Poulet vorher einige Stunden im Kühlschrank mit Whisky marinieren.
Kommentiert von: Daniel Mettler | Montag, 22. Juni 2009 um 15:33 Uhr