Würden nicht die internationalen Konzerne regelmässig Bier aus Nord und Süd herankarren, sässe das Tessin ziemlich auf dem Trockenen: Birra Bellinzona wurde 1984 nach 150 Jahren von Eichhof dichtgemacht, und bei Birra Lugano sprudelte der Gerstensaft 1995 letztmals aus dem Zapfhahn. Nun treten zwei junge Tessiner an, die Brautradition südlich des Gotthards wiederzubeleben.
Am Samstag hiessen die Einwohner von Faido die Birreria San Gottardo auf der Piazza Gramsci willkommen. Die ersten Flaschen Gottardo Premium Lager kommen zwar aus Einsiedeln. Schon im März 2010 soll aber in den ehemaligen Räumen der Birreria Rosian in Faido (übrigens gleich gegenüber von meiner Lieblingspizzeria) eine moderne Brauerei ihren Betrieb aufnehmen.
Das geht natürlich nicht ohne Kleingeld: Eine Million Franken wollen die beiden Jungunternehmer investieren. Deshalb sind sie auf der Suche nach Aktionären, die Aktien zum Nominalwert von 100 Franken zeichnen. Die Subskriptionsfrist läuft bis Ende Oktober 2009.
Ich werde wohl mit ein paar Aktien einsteigen (wobei das für niemanden eine Empfehlung darstellt - Klammer geschlossen). Dass lokale Brauereien durchaus eine Chance haben, wenn sie die Bevölkerung für sich gewinnen können, beweist neben anderen schon seit Jahren Unser Bier in Basel. Dort sollen über 4 Millionen Franken in eine neue Anlage auf dem Gundeldinger Feld investiert werden. Mein Scherflein habe ich dazu bereits beigetragen. Nicht ohne Grund natürlich: Die Dividende wird standesgemäss ausbezahlt - in Form von Bier.


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