Behaglich ist's im Büner, kein Zweifel. Das gedämpfte Licht und die sorgfältige Dekoration lassen Stimmung aufkommen. Das Fünf-Gang-Menü "Bonbon du soir" (96.50) hatte bei unserem Besuch hingegen seine Höhen und Tiefen.
Als Amuse Bouche kommt ein uninspiriertes Tatar auf den Tisch; dann ein hausgeräuchertes Stubenkückenbrüstchen, dem wir das aber fast nicht anmerken. Das wirklich gute Pot au feu vom Meerfisch mit Safran korrigiert die Bilanz vorübergehend.
Fast roh ist das "rosa gebratene" Lammrack zum Hauptgang. Auf dem Teller sind leider nur Spuren der versprochenen Honig-Lavendel-Essenz auszumachen - schade drum. Die Tomaten-Basilikum-Gnocchi sind fein im Geschmack, aber innen zu zäh und aussen zu stark gebraten. Wenigstens am mediterranen Gemüse gibt's nichts auszusetzen.
Der Abschluss des Menüs gelingt dann wieder: Auf eine feine Käsevariation von den Affineuren Jumi aus Münsingen folgt ein geschickt kombiniertes Dessert. Eine Kugel Milchblumenglacé und einige frische Himbeeren passen sehr gut zur karamellisierten Tonkacrème, die aber etwas kompakt geraten ist.
284.50 für die beiden Menüs, sechs Dezi Wein, Wasser, Kaffee und einen Vieille Prune sind letztlich ein fairer Preis. Etwas mehr Konstanz beim Essen hätte aber besser zum schönen Ambiente und dem freundlichen, routinierten Service gepasst.
Kommentare