[erstmals publiziert am 29.10.2005]
Vor den Toren Zürichs präsentiert sich die ehemalige "Vecchia Posta" in hellen, südländisch gediegen anmutenden Farbtönen und einer stimmungsvollen Beleuchtung.
Zu neunt knapp vor Ende der Nachmittagspause um 1730 erschienen, wurden wir durchaus freundlich empfangen, allerdings mit dem unmissverständlichen Hinweis, dass die Küche erst ab 1800 geöffnet sei. Mit einem Apero und dem Studium der sehr übersichtlich gestalteten und informativen Karte liess sich diese halbe Stunde aber gut überbrücken.
Die zur Vorspeise in grosszügigen Portionen (mista gar in der Schüssel) servierten Salate für 8.50 bis 12.50 wurden rundherum gelobt - die Sauce ist wirklich ein Meisterwerk. Für meinen Geschmack hätte auf dem Rucolasalat mit Parmesan allerdings etwas weniger Käse sein können.
Zum Hauptgang füllte sich der Tisch vorwiegend mit Pizze (in normaler und löblicherweise durchwegs erhältlicher kleinerer Grösse) aus dem sehr vielfältigen und originellen Angebot. Allen Varianten gemeinsam war der perfekte Teig, und beim Belag wurde auch nicht gespart. Die "Pizza della Casa", ein Zwitter aus Pizza und Calzone, entpuppte sich als wahrer Geheimtipp.
Die solide Leistung setzte sich auch bei den Desserts (Profiteroles, Affogato,...) fort, und schliesslich vermochte die Rechnung von 370 Franken für neun Personen auch noch den Einladenden zu erfreuen.
Und der Wermutstropfen? Ja, Tropfen ist das richtige Stichwort. Ist der Hauswein richtig gewählt, wenn man ihn als "dünn, dafür fruchtig" anpreisen muss? Der als alternative angebotene Montepulciano war in Ordnung, ein paar Alternativen oder Empfehlungen mehr wären aber willkommen gewesen.
Il Gamberetto, Limmattalstrasse 48, Oetwil a.d.L
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